Gold verkaufen im Rahmen der persönlichen Finanzplanung: Was für den Goldankauf wichtig ist

Gold verkaufen im Rahmen der persönlichen Finanzplanung: Was für den Goldankauf wichtig ist

Seit vielen Jahrzehnten gilt physisches Gold als eine wertvolle Absicherung gegen Inflation und Währungsrisiken. Wer Barren, Münzen oder auch Schmuck und Altgold besitzt, sieht den eigenen Bedarf häufig langfristig gesichert. In bestimmten Lebenssituationen allerdings steht die Frage im Vordergrund, wie der dahinterstehende Wert zu liquidieren ist, ohne unter Marktwert zu verkaufen. Insofern ist ein durchdachter Goldverkauf weniger ein spontanes Ansinnen, sondern vielmehr ein Teil der strukturierten Vermögensplanung, in der Preisbildung, Steuerrecht und seriöse Ankäufer in das Kalkül einbezogen werden.

Gold im Rahmen der persönlichen Vermögensstruktur

Finanzberater strukturieren häufig das Portfolio so, dass Edelmetalle zwischen fünf und fünfzehn Prozent des Gesamtvermögens ausmachen. Der Anteil dient in erster Linie der Diversifikation, da Gold im historischen Rückblick nur eine geringe Korrelation zu Aktien und Anleihen hat. Verkaufen werden Sie in der Regel dann, wenn Sie für eine große Anschaffung liquide Mittel brauchen, wenn der Goldanteil in Ihrem Bestand durch Preisanstiege überproportional gewachsen ist, oder wenn Ihnen eine Verlagerung in andere Anlageklassen sinnvoll erscheint. Bei Erbschaften und der Nachlassregelung wird man sich immer wieder mit Fragen der Bewertung des Bestandes beschäftigen müssen.

Preisbildung und Bewertungsgrundlagen

Der Einkaufspreis orientiert sich am tagesaktuellen Spotpreis, der jeweils morgens und abends im LBMA Gold Price in London festgestellt wird. Professionelle Händler zahlen für Barren mit einem Feingehalt von 999,9 üblicherweise Kurse, die dem Spotpreis sehr nahe sind. Schmuckgold mit geringerem Feingehalt wird entsprechend anteilig bewertet. Die gängigen Feingehalte sind 333, 585, 750 und 916 Tausendstel, was den Legierungen 8, 14, 18 und 22 Karat entspricht. Jeder, der im Raum Bayern über einen Verkauf nachdenkt, findet bei einem Goldankauf in München marktgerechte Bewertungen, die sich an diesen internationalen Referenzpreisen orientieren. Anlagemünzen wie der Krügerrand, der Wiener Philharmoniker oder das Maple Leaf erzielen häufig einen Aufschlag gegenüber dem reinen Materialwert, während numismatische Sammlerstücke gesondert bewertet werden.

Steuerliche Rahmenbedingungen beim Goldverkauf

Für Privatpersonen ist der Verkauf des physischen Goldes in Deutschland nach §23 Einkommensteuergesetz geregelt. Nach einer Haltefrist von zwölf Monaten sind Gewinne aus dem Verkauf steuerfrei. Wird Gold jedoch innerhalb dieser Spekulationsfrist verkauft, unterliegen die Gewinne dem persönlichen Einkommensteuersatz, sofern die Freigrenze von 1.000 Euro pro Kalenderjahr überschritten wird. Investmentgold ist nach §25c UStG von der Umsatzsteuer befreit, was den Handel mit Barren und Anlagemünzen gegenüber dem Silber deutlich vereinfacht.

Wie findet man einen seriösen Verkäufer?

Seriöse und professionelle Händler arbeiten alle mit standardisierten Prüfverfahren. Zu ihnen zählen die Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA), mit der der Feingehalt zerstörungsfrei bestimmt wird, die klassische Dichtemessung nach dem archimedischen Prinzip sowie in Einzelfällen eine Säureprobe. Ein seriöser Ankauf kann die Preisberechnung nachvollziehbar offenlegen. Preisbasis ist der jeweils aktuelle Spotpreis. Alle Preisbestandteile wie Feingehalt und Nettogewicht der Ware müssen klar dokumentiert vorliegen.

Seriöse Anbieter führen ein Gewerbe gemäß §14 GewO, verfügen über ein Ankaufsbuch nach §16 GewO und identifizieren ihre Verkäufer gemäß den Regelungen des Geldwäschegesetzes ab einem Warenwert von 2.000 Euro. Zertifizierungen, wie die Mitgliedschaft im Berufsverband des Deutschen Münzenfachhandels oder in der LBMA-Lieferkette, geben zusätzliche Orientierung.

Vorbereitung auf den Verkaufstermin

Bevor Gold verkauft wird, sollte man einen eigenen Bestand machen. Dabei werden die Objekte auf einer geeichten Waage gewogen, die Punzen zur Bestimmung des Feingehalts erforscht und sich über den tagesaktuellen Goldpreis erkundigt. Kaufbelege und Zertifikate sowie die Originalverpackungen steigern bei Anlagemünzen und Barren den erzielbaren Preis. Außerdem sollten Vergleiche mehrerer Angebote eingeholt werden, um sich über die Preisbildung kundig zu machen. Es können Unterschiede von zwei bis fünf Prozent zwischen einzelnen Ankäufern entstehen.

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